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Viele Rohingya leben in Hütten, die kaum Schutz vor dem Monson bieten. Foto: Arnaud Finistre

Überflutungen bedrohen Flüchtlinge in Bangladesch

 

Der Monsun hat in Bangladesch begonnen und auch die Flüchtlingscamps der Rohingya im Osten des Landes erreicht. Die schweren Regenfälle haben Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst, manche Häuser wurden überflutet. Mindestens ein Kind ist durch einen Erdrutsch ums Leben gekommen. Viele Familien mussten nach Schlammlawinen an sicherere Orte gebracht werden. Weiterhin ist starker Regen vorhergesagt. Ärzte der Welt ist vor Ort und sichert in drei Kliniken die medizinische Versorgung.

Die unbefestigten Straßen und Wege haben sich in reißende Bäche verwandelt. Das Wasser fließt auch in Abwasserkanäle und Latrinen und ist so verschmutzt, dass die Menschen Gefahr laufen, sich mit Durchfall oder Hepatitis zu infizieren. Auch Krankheiten wie Diphterie, Malaria, Dengue- und Chikungungya-Fieber, die von Mücken in den Überschwemmungsgebieten übertragen werden, sind eine große Bedrohung, gerade für Kinder.

Ärzte der Welt-Klinik in festeres Gebäude umgezogen

Seit Anfang des Jahres hatte sich Ärzte der Welt intensiv auf die Regenzeit vorbereitet, Notfallpläne erstellt und die Gesundheitsstationen entsprechend ausgerüstet. Ein wichtiger Erfolg: Eine der mobilen Kliniken von Ärzte der Welt ist inzwischen in einer semi-permanenten Einrichtung untergebracht. Patientinnen und Patienten können so auch während der Regenzeit gut versorgt, Medikamente und Material trocken gelagert werden.

Ärzte der Welt behandelt die Menschen in den Camps

Seit September 2017 bietet Ärzte der Welt in drei Einrichtungen in den Camps Kutupalong und Unchiprang medizinische Grundversorgung an. Die Teams untersuchen und behandeln die Menschen nicht nur medzinisch, sondern leisten auch psychologische Hilfe. 7.477 Behandlungen haben sie im März und April in den Einrichtungen insgesamt durchgeführt. 595 Menschen konnten psychiatrisch und psychologisch behandelt werden. Knapp 500 Frauen wurden in Schwangerschaftsvor- und –nachsorgen betreut. Die Geflüchteten bekommen Hygiene-Schulungen und werden informiert, wie sie Krankheiten vermeiden können.

Internationale Unterstützung weiter nötig

Die Regierung und das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hat bereits etwa 29.000 Menschen vom alten Flüchtlingslager in Kutupalong in sicherere Camps gebracht. Die Regierung hat für die Verlegung der vom Monsun betroffenen etwa 50 Hektar zur Verfügung gestellt. Generell reagiert das Land vorbildlich auf die Krise: „Bangladesch ist der größte Unterstützer in dieser Krise, indem es Land zur Verfügung stellt, seine Grenzen offen hält, den Menschen Asyl gewährt, Straßen baut, Stromnetze erweitert, Nahrungsmittel ausgibt und Beamte und Polizisten entsendet“, sagt Mia Seppo, UN-Koordinatorin in Bangladesch. Und das, obwohl Bangladesch selbst zu den ärmsten Ländern des asiatischen Kontinents gehört.

Ein großes Problem ist dennoch die enorme Finanzierungslücke, die eine gesicherte Versorgung der Menschen garantiert. Laut UNHCR ist bisher nur ein Bruchteil der 950 Millionen US-Dollar fest zugesagt, die für Hilfsmaßnahmen in diesem Jahr benötigt würden. Hilfsorganisationen wie Ärzte der Welt sind für die medizinische Versorgung der Menschen nach wie vor unverzichtbar.

 

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