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Geflüchtete Rohingya in Bangladesch. Foto: A. Finistre

Bangladesch – Vorbereiten auf den Monsun

 

Der in diesen Wochen erwartete Monsun in Bangladesch bedroht Hunderttausende geflüchtete Rohingya, die in provisorischen Notunterkünften an der Grenze zu Myanmar ausharren. Kommt der Regen, drohen Erdrutsche und Überschwemmungen. Ärzte der Welt ist vor Ort und trifft Vorbereitungen, um auf die Auswirkungen des Dauerregens reagieren zu können.

Mit Hacken und Schaufeln legen Arbeiter im Lager Kutupalong unter Hochdruck Sandsäcke aus, graben Kanäle und Erdwälle. Sie treffen Maßnahmen für die Regenzeit, die für die Menschen im dem provisorischen Camp katastrophale Auswirkungen haben könnte.

Denn die Regengüsse während der Monsunzeit spülen Wege aus, verursachen Erdrutsche und überschwemmen Abwasserkanäle und Brunnen. Das Trinkwasser wird verschmutzt, so dass die Menschen Gefahr laufen, sich mit Durchfall oder Hepatitis zu infizieren. Auch Krankheiten wie Diphterie, Malaria, Dengue- und Chikungungya-Fieber, die von Mücken in den Überschwemmungsgebieten übertragen werden, sind eine große Bedrohung, gerade für Kinder. Seit Anfang des Jahres bereitet sich Ärzte der Welt intensiv auf die Regenzeit vor, erstellt Notfallpläne und rüstet die Gesundheitsstationen entsprechend aus.

Klinik fertig gestellt

Ein wichtiger Erfolg: Die Ärzte der Welt-Klinik in Unchiprang ist inzwischen fertig. Patientinnen und Patienten können so viel besser versorgt, Medikamente und Material besser gelagert werden. Und der Bau einer weiteren Klinik in Mainnerghona ist ebenfalls geplant, hierfür wird noch ein sicherer und auch während der Regenzeit geeigneter Standort gesucht.

Ärzte der Welt versorgt die Geflüchteten

Seit September 2017 bietet Ärzte der Welt in drei Einrichtungen in den Camps Kutupalong und Unchiprang eine medizinische Grundversorgung an. Die Teams untersuchen und behandeln die Menschen nicht nur, sondern leisten auch psychologische Hilfe. 7.477 Behandlungen haben sie im März und April in den Einrichtungen durchgeführt. 595 Menschen konnten psychiatrisch und psychologisch behandelt werden. Knapp 500 Frauen wurden in Schwangerschaftsvor- und –nachsorgen betreut. Die Geflüchteten bekommen Hygiene-Schulungen und werden informiert, wie sie Krankheiten vermeiden können.

Internationale Unterstützung weiter nötig

Die Regierung und das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) versucht derzeit, möglichst viele Familien vom alten Flüchtlingslager in Kutupalong in sicherere Camps zu bringen. Die Regierung hat dafür etwa 50 Hektar zur Verfügung gestellt. Generell reagiert das Land vorbildlich auf die Krise: „Bangladesch ist der größte Unterstützer in dieser Krise, indem es Land zur Verfügung stellt, seine Grenzen offen hält, den Menschen Asyl gewährt, Straßen baut, Stromnetze erweitert, Nahrungsmittel ausgibt und Beamte und Polizisten entsendet“, sagt Mia Seppo, UN-Koordinatorin in Bangladesch. Und das, obwohl Bangladesch selbst zu den ärmsten Ländern des asiatischen Kontinents gehört.

Ein großes Problem ist dennoch die enorme Finanzierungslücke, die eine gesicherte Versorgung der Menschen garantiert. Laut UNHCR sind bisher nur 16 Prozent der 950 Millionen US-Dollar, die für Hilfsmaßnahmen in diesem Jahr benötigt würden, fest zugesagt. Hilfsorganisationen wie Ärzte der Welt sind für die medizinische Versorgung der Menschen nach wie vor unverzichtbar.

 

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