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Medizinische Untersuchung eines Mädchens im Jemen. Foto: Mohammed Hamoud/Anadolu Agency/AFP
Nothilfe

Jemen: Ein Land im freien Fall

 

Im Jemen verschlimmert sich die Lage rasant: Hunderttausende Menschen sind unterernährt und damit auch anfälliger für Krankheiten. Die Cholera breitet sich wieder aus. In 12 Gesundheitseinrichtungen behandeln die Teams von Ärzte der Welt die zivilen Leidtragenden des Bürgerkriegs.

Die humanitäre Lage im Jemen entwickelt sich zu einer Katastrophe schrecklichen Ausmaßes: Die Hungersnot könnte bald 14 Millionen Menschen betreffen, also etwa die Hälfte der Bevölkerung, sagte UN-Nothilfekoordinator John Lowcock in dieser Woche vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.

Seit Beginn der Militärintervention im März 2015 sind die Menschen im Jemen nicht nur der Gefahr durch die Bombardierungen ausgesetzt, die Zerstörung der Infrastruktur und die Blockade des strategisch wichtigen Hafens Hodeidah haben auch zu einer massiven Nahrungsmittelknappheit geführt. Die jemenitische Wirtschaft liegt am Boden, die Menschen können die steigenden Preise für lebenswichtige Güter oft einfach nicht mehr bezahlen. Immer mehr Männer, Frauen und vor allem Kinder hungern.

Die Luftangriffe haben in einigen Regionen Wasserleitungen und Teile der Kanalisation zerstört, die Menschen sind somit gezwungen, verschmutztes Wasser zu trinken. Die Cholera, die im Laufe des vergangenen Jahres eigentlich erfolgreich bekämpft werden konnte, breitet sich so erneut aus. Dazu trägt auch bei, dass viele durch Unterernährung stark geschwächt sind und so leichter krank werden.

15.000 Cholera-Verdachtsfälle in nur einer Woche gemeldet

Seit Monaten warnen deshalb Hilfsorganisationen vor der Ausbreitung der Cholera. Etwa 1,1 Millionen Jemeniten, darunter 660.000 Kinder unter einem Jahr, haben seit dem letzten Anstieg der Infektionszahlen eine Impfung gegen Cholera erhalten, aber laut UNICEF, der Kinderhilfsorganisation der Vereinten Nationen, benötigen eigentlich 9,7 Millionen Menschen die Impfung, um einer weiteren Verbreitung vorzubeugen.

Mehr als 15.000 Verdachtsfälle wurden Mitte Oktober im Jemen offiziell registriert. Die Provinz Hodeidah, in der eine von Saudi Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten geführte Koalition eine Offensive gegen Houthi-Rebellen führt, hat eine der höchsten Infektionsraten im Land.

Was wir tun

Seit 2016 betreibt Ärzte der Welt in den Regierungsbezirken Amanat Alasimah, Sana’a und Ibb 12 Gesundheitseinrichtungen, davon zwei Krankenhäuser. Die Teams konzentrieren sich ganz besonders auf Kinder unter fünf Jahren, auf Schwangere und stillende Mütter sowie andere Menschen, die besondere Unterstützung benötigen.

Ziel ist es, den Zugang zu einer kostenlosen, umfassenden medizinischen Grundversorgung und psychologischer Versorgung zu verbessern und Mangelernährung zu bekämpfen.
Gleichzeitig arbeitet Ärzte der Welt daran, Notfallpatienten besser an spezialisierte medizinische Einrichtungen weiter zu verweisen. Eine große Herausforderung dabei ist, dass etwa die Hälfte der medizinischen Infrastruktur zerstört ist. Ärzte der Welt betreibt in Dschibuti, auf der anderen Seite des Golfs von Aden, eine Basis, um schnell auf veränderten Hilfebedarf reagieren zu können.

 

Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt und Sternstunden unterstützt.
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