Jemen: Eine Frau blickt auf Unterlagen in einem Büro von Ärzte der Welt -©Wafaa Alsaidy

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Der vergessene Krieg im Jemen

Eine der schlimmsten humanitären Katastrophen der Welt ist laut den Vereinten Nationen weiterhin der Krieg im Jemen , der seit 2014 sowohl zwischen verschiedenen Milizen und militanten Gruppen innerhalb Jemens als auch zwischen ausländischen Akteuren auf jemenitischem Boden geführt wird.

Die Folgen des Krieges sind erschütternd: 24 Millionen Menschen, etwa 60 Prozent der Bevölkerung, sind auf Unterstützung durch Hilfsorganisationen angewiesen. Hunger, eine zerstörte Infrastruktur, eine kollabierte Wirtschaft sowie mangelnde Gesundheitsversorgung bedroht das Leben der jemenitischen Zielbevölkerung.

Regelmäßig breiten sich schwere Infektionskrankheiten wie Cholera aus. Die ständige Angst vor Bombardierungen aus der Luft und anderen bewaffneten Übergriffen belastet die Menschen zusätzlich. Zehntausende Zivilist*innen wurden getötet oder verletzt. Rund 3.3 Millionen mussten aus ihren Häusern und Wohnorten fliehen.

Mangelernährung der Kinder

Besonders die Kinder leiden unter dem Krieg im Jemen. Zahlen des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) nach sind über 10 Millionen Kinder auf humanitäre Hilfe angewiesen. Vor allem ein Mangel an Lebensmitteln bedroht ihr Leben: Über 2 Millionen Kinder leiden im Jemen an akuter Mangelernährung. Zehntausende sind an ihren Folgen bereits gestorben.

Durch die anhaltenden gegenseitigen Angriffe werden darüber hinaus Schule und andere Bildungseinrichtungen zerstört, wodurch die Zukunft der jemenitischen Kinder weiter an Perspektive verliert.

Interview mit Wafa’a Alsaidy, frühere Leiterin des Ärzte der Welt-Projekts über die Situation im Jemen.

Unsere Hilfe & Wirkung im Jemen

Seit 2007 leisten unsere humanitären Helfer*innen im Jemen medizinische Hilfe, unterstützen lokale Gesundheitseinrichtungen und setzen sich dafür ein, den Zugang zur Gesundheitsversorgung trotz des Konflikts zu verbessern. 

Gesundheitsversorgung

  • Mobile Einsatzteams
  • Medizinische Basisversorgung, Impfungen, Prävention und Aufklärung zu Infektionskrankheiten wie Cholera
  • Psychologische Hilfe und Beratungen
  • Versorgung für Schwangere sowie Geburtshilfe
  • Versorgung von Kindern, Screening auf Mangel- oder Unterernährung

Zahlen zu den Projekten

  • 193.494 medizinische Untersuchungen durchgeführt
  • 1.487 Geburten in den Gesundheitszentren begleitet
  • 28.884 Kinder auf ihren Ernährungsstatus untersucht
  • 151 Überlebende von geschlechtsspezifischer Gewalt unterstützt
  • 28 Gesundheitszentren und Kliniken sowohl im Nord- als auch im Südjemen unterstützt 

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Aktuelles aus dem Jemen

Unsere politischen Forderungen

Immer wieder fordert Ärzte der Welt – oft gemeinsam mit anderen Nichtregierungsorganisationen – einen sofortigen Waffenstillstand und den Schutz der Zivilbevölkerung im Jemen. Je länger der Konflikt andauert, desto mehr scheint das Leid der Bevölkerung in Vergessenheit zu geraten. In den Medien findet der Krieg meist nur dann Beachtung, wenn etwa die Huthi-Milizen Frachtschiffe vor der Küste angreifen. 

Mit ihrer politischen Arbeit setzt sich Ärzte der Welt dafür ein, den Blick weg von den wirtschaftlichen Folgen des Kriegs für den globalen Norden und zurück auf die Menschen zu lenken, die am stärksten unter dieser jahrelangen Katastrophe leiden.

Unsere Arbeit im Jemen wird gefördert von

Sternstunden.
Auswertiges Amt.

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